Abgeordnetengespräch: Dynamisierungen von Nachteilsausgleichen schwierig, bleiben aber aktuell

Am Nachmittag des 2. November dieses Jahres kamen Vertreter des Landesvorstandes des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen in der Koordinierungsstelle des Verbandes zu einer Besprechung mit Abgeordneten mehrerer Fraktionen des sächsischen Landtages zusammen. Ziel war, „den Abgeordneten eingehend zu erläutern, wozu die vom Freistaat gezahlten Nachteilsausgleiche für blinde, sehbehinderte und taubblinde Menschen dienen“, erläuterte die Vorsitzende des BSVS, Angela Fischer einleitend. Dazu hatten die Abgeordneten zuvor zwei Stellungnahmen des Verbandes erhalten, in denen  ausführlich nachzulesen ist, warum Nachteilsausgleiche für diese Behindertengruppen notwendig sind.

Bevor das Treffen begann, nutzten die Politiker die Möglichkeit, sich über das Angebot an Hilfsmitteln für blinde, sehbehinderte und taubblinde Menschen zu informieren.

Am Eingang des Gebäudes erhielten sie eine Simulationsbrille und einen Langstock und bahnten sich mit dem Stock den Weg ins Landeshilfsmittelzentrum in der Louis-Braille-Straße. So konnten sie eine gewisse Vorstellung davon Gewinnen, was es bedeutet, blind oder sehbehindert zu sein.

Frau Börner, die Vertreterin der sächsischen Taubblinden führte aus, dass diese Menschen Assistenten brauchen, welche die Gebärdensprache beherrschen, damit sie überhaupt kommunizieren können. Um Freizeitangebote zu nutzen, Einkäufe zu erledigen oder Behördengänge zu organisieren. Die Taubblindenassistenten können zurzeit nicht eingesetzt werden, weil die finanziellen Mittel dazu fehlen. Darüber hinaus benötigen taubblinde Menschen spezielle Hilfsmittel wie Uhren oder Wecker mit Vibration. Alles in Allem reichen die für die Taubblinden vorgesehenen Mittel bei weitem nicht aus. Wenn in Sachsen ab Januar 2018 ein Taubblindengeld eingeführt wird, so sollte darauf geachtet werden, dass es möglich wird, ausgebildete Taubblindenassistenten auch wirklich einzusetzen, so Börner.

Die Vertreter des BSVS begrüßten ausdrücklich, dass der Freistaat für Blinde einen einkommens- und vermögensunabhängigen Nachteilsausgleich zahlt und sprachen sich deutlich für dessen Dynamisierung aus. In den letzten Jahren sind alle Ausgaben des täglichen Lebens drastisch gestiegen. Hilfsmittel zur Bewältigung des Alltages müssen finanziert werden. Weil der öffentliche Personennahverkehr weitgehend ausgedünnt wurde, müssen Betroffene oft Taxi fahren, um von A nach B zu kommen. Blinde und sehbehinderte Menschen nehmen oft Begleitungen bei Einkäufen und Behördengängen in Anspruch.

Nicht anders sieht das bei sehbehinderten Menschen aus. Zwar unterstützen die Krankenkassen Brillen und andere optische Hilfsmittel finanziell. Doch sind die Mittel so gering, dass die Betroffenen erhebliche Restkosten aufbringen müssen, um ausreichend und passend versorgt zu sein. Hinzu kommen noch Zuzahlungen bei Augenmedikamenten und Pflegemitteln. Das sind die wichtigsten Argumente für die Nachteilsausgleiche.

Alle Vertreter des BSVS bekräftigten, dass die Unterstützung durch Familienangehörige oder Freunde nur begrenzt möglich ist und alle Menschen mit Behinderung ein Recht darauf haben, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Seitens der Landtagsabgeordneten wurde eingeräumt, dass die Erhöhungen bei gehörlosen und sehbehinderten Menschen zu niedrig ausgefallen sind und dass das Taubblindengeld wohl nicht ausreichen wird. In der Diskussion wurde deutlich, dass noch immer wenig Wissen über die Lage sehbehinderter, blinder und taubblinder Menschen besteht. Deutlich wurde aber auch das Bemühen der Parlamentarier, ihre Kenntnisse über die Angesprochenen Probleme zu vertiefen.

Bei kommenden Haushaltsverhandlungen soll auf Nachbesserungen bei den Nachteilsausgleichen geachtet werden. Was die Dynamisierung angeht, so sind die Aussagen der einzelnen Politiker sehr unterschiedlich zu beurteilen. Hier gibt es weiteren Gesprächsbedarf. Deshalb folgten alle Gesprächsteilnehmer dem Vorschlag, sich von Zeit zu Zeit wieder zu treffen, um aktuelle Fragen zu besprechen. Das soll zukünftig einmal jährlich geschehen.

(geschrieben Hans-Günter Funke, Pressesprecher; BSVS)

DVBS Mentoring-Projekt – Austausch, Vernetzung, Selbstmarketing

Das nächste einjährige Mentoring-Projekt „TriTeam“ des DVBS e.V. beginnt im April 2018.

Zehn blinde und sehbehinderte Abiturienten, Auszubildende und Studierende können sich für ein Jahr mit ausgewählten berufserfahrenen und ebenfalls sehgeschädigten Mentorinnen und Mentoren zusammenschließen.

Gemeinsam wird an passgenauen Studien- und Berufszielen gearbeitet, werden Erfahrungen über Hilfsmittelnutzung, Nachteilsausgleiche oder Bewerbungen ausgetauscht, können die Teilnehmenden von Mentoren Tipps bekommen und Tricks erfahren. Wird ergänzendes Know-how benötigt, stehen zusätzliche Fachcoaches zur Verfügung.

Sie möchten als Schüler/in, Auszubildende/r oder Studierende/r Teil eines TriTeams werden? Oder kennen jemanden, der sich für eine Teilnahme interessieren könnte? Dann bewerben Sie sich jetzt! Interessenten bewerben sich bitte per E-Mail an info@dvbs-online.de. Bitte teilen Sie uns mit der Bewerbung mindestens Ihre Kontaktdaten, Studienfach/Ausbildung, Studien- bzw. Berufsperspektive mit. Bewerben Sie sich bitte bis spätestens zum 1. Dezember 2017. Die Teilnahme ist kostenlos, Fahrt- und Übernachtungskosten für die beiden geplanten Wochenendseminare werden ebenfalls übernommen.

Weitere Infos finden Sie auf der DVBS-Homepage unter folgenden Link: http://www.dvbs-online.de/php/dvbs-news689.htm

(Quelle: Andreas Wohnig, Seminarorganisation / Projekte, DVBS)

Neue Mobil-Ausgabe online

Wie gewohnt können Sie die fünfte Mobil-Ausgabe im Jahr 2017 auf der aktuellen DBSV-Inform (Daisy-Buch 19) hören.

Den Download für das digitale Daisy-Buch (als gepackte zip-Datei) und alle Infos finden Sie in unserer Infothek > Hörmagazin Mobil oder sie nutzen den Direktlink.

Übergangsweise wird das Magazin derzeit von unserem Landeshilfsmittelzentrum produziert. Ein neues Team übernimmt im neuen Jahr.

Presseinformation des DVBS-Projektes iBoB

Andreas Vollmer (SGD), Ursula Weber (DVBS) und Klaus Winger (iBoB) sitzen an einem Tisch.
Foto © iBoB

Ende 2016 hat der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS e.V.) das Projekt „iBoB“ ins Leben gerufen.

iBoB steht für „inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren“ und will blinden und sehbehinderten Berufstätigen den Zugang zu beruflicher Weiterbildung erleichtern. Dabei agiert iBoB im Dreieck zwischen seheingeschränkten Berufstätigen, Arbeitgebern und Bildungsanbietern.

Lesen Sie dazu die aktuellen Presseinformationen vom 11. Oktober 2017 und 17. Oktober 2017.

(Quelle: Savo Ivanic, iBoB Öffentlichkeitsarbeit)

DBSV-Stellenausschreibung Referent/-in für internationale Zusammenarbeit

Der DBSV sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Referenten / eine Referentin für internationale Zusammenarbeit:

Für das Team unserer Geschäftsstelle in Berlin-Mitte suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt Verstärkung. Als Referent/-in für internationale Zusammenarbeit sind Sie direkt der Geschäftsführung unterstellt. An der Schnittstelle von deutschen Organisationen und internationalen Gremien koordinieren Sie die Arbeit des DBSV und vertreten die Interessen des Verbandes.

Aufgabenschwerpunkte sind:

  • Zusammenarbeit mit den Gremien der Europäischen Blindenunion (EBU) und der Weltblindenunion (WBU)
  • aktive Mitarbeit in der EBU-Verbindungskommission zur Europäischen Union (EU)
  • Koordinierung von politischen Kampagnen der EBU im Zusammenhang mit EU-Gesetzgebungsverfahren sowie Analyse und Aufbereitung von EU-Gesetzesinitiativen
  • Unterstützung der deutschen EBU-Präsidentschaft
  • Kontaktpflege zum EBU-Büro und Verfassen von Artikeln für den „EBU Newsletter“
  • Aufbereitung von Informationen zu EU-relevanten Entwicklungen für die „Fördergemeinschaft internationale Arbeit“ des DBSV
  • Organisation, Durchführung und Auswertung von Sitzungen des „Europa-Forums“
  • Vertretung des DBSV und Mitwirkung in relevanten Organisationen außerhalb des Blinden- und Sehbehindertenwesens
  • Leitung/Management von EU-Projekten und weiteren wissenschaftlichen Projekten
  • Bearbeitung von Projektanträgen im Bereich Entwicklungshilfe

Wir erwarten:

  • Berufserfahrung, idealerweise in den Bereichen Politik, Administration, Gremien- oder Verbandsarbeit
  • fundierte Kenntnisse der EU-Institutionen sowie der europäischen Gesetzgebungsverfahren
  • Kenntnisse des Blinden- und Sehbehindertenwesens, idealerweise aus eigener Betroffenheit
  • breites Allgemeinwissen
  • analytisches und strategisches Denken
  • organisatorisches Geschick
  • Flexibilität, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Engagement

Dafür bieten wir:

  • ein festes, unbefristetes Anstellungsverhältnis (Vollzeit)
  • ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches und ausbaufähiges Aufgabengebiet
  • einen modernen Verband mit attraktivem Standort in Berlin-Mitte
  • eine leistungsgerechte Bezahlung

Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung senden Sie bitte ausschließlich per E-Mail bis zum 31. Oktober 2017 an: geschaeftsfuehrung@dbsv.org

Der Ausschreibungstext ist auch auf der Webseite des DBSV zu finden: www.dbsv.org/stellenausschreibung-internationales.html

(Quelle: dbsv-direkt Nr. 34-17, Irene Klein, DBSV)