27. Skatturnier des BSVS vom 1.11. – 3.11.2019 in Rochsburg

Am 1. November 2019 trafen sich 27 blinde und sehbehinderte Menschen sowie deren Freunde und Begleiter zum nunmehr 27. Skatturnier des BSVS in der Aura-Pension „Villa Rochsburg“.

Besonders erfreulich ist auch wieder das Interesse sechs weiblicher Teilnehmer am Skat und die Teilnahme am Wettkampf. Organisiert wurde das Turnier von Henry Schenker unter tatkräftiger Unterstützung von Hartmut Sommer und Michael Freudenberg.

Gespielt wurde in drei Runden nach den Regeln des DSKV. Da man an neun Dreiertischen spielen konnte, war ein zügiger Spielablauf gewährleistet. Die Spieler und das Turnier wurden hervorragend betreut vom Team der Villa Rochsburg, deren Mitarbeiter für ein bequemes Umfeld und eine sehr gute gastronomische Betreuung sorgten. Dafür gebührt ihnen ein großes Dankeschön.

Die Gewinner des diesjährigen Turniers sind:

1. Platz Michel Freudenberg
2. Platz Volker Brettschneider
3. Platz Siglinde Moser

Siegerbild: Sieglinde Moser (3.Platz) und Michael Freudenberg (1. Platz)
Foto © Steffen Beck, BSVS

Das 27. Skatturnier war auch der Auftakt in die neue Saison des DBSV. Die genauen Termine und Spielorte stehen auf der Internetseite des DBSV. Nachdem der langjährige Skatwart Rolf Strycharz im März dieses Jahres verstarb, hat diese Funktion nunmehr und erneut Aloys Herbers übernommen. Als besonderen Anreiz für die Teilnahme an den Turnieren erhalten Skatfreunde, die an mindestens fünf Turnieren teilnehmen vom DBSV ein Los der „Aktion Mensch“.

Wir wünschen allen skatbegeisterten blinden und sehbehinderten Menschen weiterhin viel Spaß und Freude am Skat und den Wettkämpfen.

Gut Blatt

(Quelle: Steffen Beck, November 2019)

Tipps und Tricks Ende und Neuanfang 2019?

„Tipps und Tricks am PC“, so war ein Seminar für fortgeschrittene Computernutzer überschrieben, die blind oder sehbehindert sind und die sich jährlich am Ende des Winters in der Villa Rochsburg trafen, um Neues kennenzulernen und Erfahrungen bei der Arbeit mit Computern auszutauschen.

Ursprünglich ging es zunächst darum, die Kenntnisse bei der Arbeit mit Standardprogrammen unter dem Betriebssystem „Windows“ zu vertiefen, das Internet sowie neue Software kennenzulernen und die Möglichkeiten verschiedener Screen Reader, das sind Vorleseprogramme, besser und effektiver auszuschöpfen. Da sich hier fortgeschrittene Nutzer trafen, wurden Grundkenntnisse über Windows und die Arbeit mit E-Mails als bekannt vorausgesetzt. Kein Thema wurde ausgeklammert, auch wenn nicht alles durch blinde und sehbehinderte Menschen bewerkstelligt werden kann. Der Rundblick über die EDV als Blindenhilfsmittel wurde geschärft und vertieft. Dümmer ist in diesen Seminaren noch niemand geworden!

Aus aktuellem Anlass fand das Wochenendseminar nun unter Leitung von Petra Kasulke und erstmals von Henri Chiarcos bereits Ende September schon zum 13. Mal statt. Grund dafür war, dass unser bisheriger Seminarleiter, Holger Ulrichsohn, in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Wir mussten also überlegen, ob und unter welchen Bedingungen „Tipps und Tricks“ weitergeführt werden kann. Alle Anwesenden wollten das, auch weil sich der gute Ruf dieses Seminars inzwischen längst über die Landesgrenzen Sachsens hinaus verbreitet hat.

Ein Blick in die Themenliste vergangener Jahre belehrt darüber, dass es längst nicht mehr nur um Tipps und Tricks geht. Bereits im dritten Seminar lautete ein Thema „Internetshopping“. Das ist bis heute ein schwieriges Thema geblieben, weil die Seiten der „Internet-Läden“ oft nicht durchgängig barrierefrei gestaltet sind. Bald beschäftigten sich die Teilnehmer damit, wie blinde und sehbehinderte Menschen bestimmte Tondateien bearbeiten und Podcasts als Informationsquelle nutzen können. Bald auch entstand der Wunsch nach praktischen Übungen. die es dann seit 2012 gab. Als die sozialen Netzwerke auf der Bildfläche erschienen, kamen die Frage, ob und wie unser Personenkreis sie nutzen kann sowie Diskussionen über Vor- und Nachteile dieser Plattformen auf die Tagesordnung. Die Seminaristen befassten sich zu Weilen auch mit Fragen rund um Smartphones und Tablets. Es gibt also Genügend Gründe, das Seminar nicht sterben zu lassen und neu auszurichten.

Zum ersten Mal befassten sich die Teilnehmer am letzten Septemberwochenende in einem gesamten Seminar mit „Jaws“, einem sehr leistungsfähigen und umfangreichen Screen Reader, der uns künftig intensiv beschäftigen muss, da uns andere derartig leistungsfähige Hilfsprogramme nicht mehr zur Verfügung stehen. Am Samstag besuchten uns erstmals auch Tagesgäste. Wir arbeiteten uns durch die Menüs und lernten damit die umfangreichen Möglichkeiten von Jaws kennen. Diskutiert wurden bereits auch sehr spezielle Themen. Henri Chiarcos beantwortete zahlreiche detaillierte Fragen.

Der Stand der Überlegungen ist nun folgender: Es soll künftig zwei Seminare geben, eines im Frühjahr in der Nachfolge von „Tipps und Tricks“, in ähnlicher Weise wie bisher zum Betriebssystem „Windows“ und Anwendungen und eines zu Jaws, das im Herbst durchgeführt werden soll. Die inhaltlichen und organisatorischen Überlegungen dazu sind zurzeit noch nicht abgeschlossen. Wir hoffen, dass es uns gelingen wird, auch in Zukunft Computerseminare für fortgeschrittene Nutzer in der Villa Rochsburg anzubieten.

(Quelle: Hans-Günther Funke, Pressesprecher, BSVS)

Barrierefreie Landtagswahl in Sachsen

Auch für die Landtagswahl in Sachsen am 1. September diesen Jahres hat das Landeshilfsmittelzentrum wieder in Zusammenarbeit mit dem BSVS e. V. und den sächsischen Wahlbehörden Informations-CD’s mit den Inhalten der Stimmzettel erstellt und diese bereits mit den Stimmzettelschablonen an blinde und sehbehinderte Menschen versendet. So ist es auch in diesem Jahr möglich, selbstständig und selbstbestimmt seine Wahl zu treffen.

Wahlschablone und Info-CD zur Landtagswahl 2019
Foto © Landeshilfsmittelzentrum (LHZ)

Haben Sie Interesse an der Info-CD und einer Wahlschablone? Dann fordern Sie diese kostenfrei in unserer Koordinierungsstelle des BSVS e. V. an.

Für Briefwahlunterlagen wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Wahlamt.

Zweites Abgeordnetengespräch in Dresden

Der Landtagswahlkampf in Sachsen tritt bald in seine entscheidende Phase ein. Grund für den Landesvorstand, diesmal Kandidaten aller Parteien  für die Wahl zu einem weiteren Abgeordnetengespräch einzuladen, das diesmal am 21. Juni in den Räumen der Stadtorganisation Dresden stattfand. Leider folgten Bündnis 90/Die Grünen unserer Einladung nicht. Zum dritten Gespräch wollen wir spätestens in einem Jahr bitten. Es muss erreicht werden, wie die Kandidaten betonten, dass viel mehr Landtagsmitglieder unsere Probleme kennenlernen. Unsere Kreisvorstände sollen die Abgeordneten ihrer Wahlkreise zukünftig häufiger kontaktieren und mit unserer Arbeit bekannt machen, wurde vorgeschlagen.

Wir legten unsere Anliegen sehr deutlich dar, begründeten sie ausführlich und unterlegten sie mit zahlreichen Beispielen aus dem praktischen Leben.

Wir gewannen den Eindruck, dass Veränderungen bei der Vereinsförderung fraktionsübergreifend im Gespräch sind. Welche Ergebnisse dabei zu erwarten sind und wann sie greifen werden, können wir zurzeit allerdings nicht beurteilen.

Ausführlich und anschaulich legten wir unseren Standpunkt zur Barrierefreiheit dar. Wir brauchen einheitliche, sachsenweite, am besten bundesweite Regelungen unterstrichen wir. Barrierefreiheit darf nicht nur für Rollstuhlfahrer verstanden werden und darf nicht den Kommunen überlassen bleiben! So manchen „Aha-Effekt“ konnten wir bei unseren Gästen erzielen.

Thema der Aussprache war auch die Entwicklung der Pflege in Sachsen. Bessere Gesamtbedingungen zu erreichen ist ein wichtiges Anliegen unserer Arbeit, da viele unserer Mitglieder im höheren Lebensalter stehen.

Bedauernd müssen wir feststellen: Das Thema Erhöhung der Nachteilsausgleiche ist in der gegenwärtigen Regierungskoalition nicht mehrheitsfähig. Wir versichern aber, wir bleiben dran, werden unsere Anliegen immer wieder und bei allen sich uns bietenden Gelegenheiten zur Sprache bringen. Das gilt vor allem für die Dynamisierung der Nachteilsausgleiche.

Die Aussage, dass unsere Anliegen verstanden worden sind, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Leider gab es auf unsere im Vorfeld vorbereiteten und den Fraktionen schriftlich zugeleiteten Fragen keine konkreten Antworten. Dennoch können wir heute feststellen, das maximal mögliche erreicht zu haben. Wir werden noch stärker dafür eintreten, das Thema Selbsthilfe noch mehr im Bewusstsein der Landespolitiker zu verankern.

(Quelle: Hans-Günther Funke, Andreas Schneider, Landesvorstand BSVS)