Alternative Sprechstunde

Aufgrund der aktuellen Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Corona Virus führt auch die Regionalgruppe Aue-Schwarzenberg des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e. V. bis auf weiteres keine öffentlichen Sprechstunden im Bürgerhaus Aue mehr durch.

Daher bieten wir eine Telefonsprechstunde an:
Wir sind von Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr für Sie erreichbar. Gern können wir auch außerhalb dieser Zeiten einen Telefonkontakt mit Ihnen vereinbaren.

Kontakt: 037755 50 30 07

Anrufen kann jeder, der Fragen zum Thema Blindheit und Sehbehinderung hat, oder einfach einmal reden möchte. Wir möchten besonders ältere bzw. alleinstehende Menschen mit einer Sehbehinderung sowie deren Angehörige ansprechen.

Nach wie vor sind wir da für Patienten, die nach einer Diagnose durch den Augenarzt den Kontakt zu gleichermaßen betroffenen Menschen suchen. Nach dem Termin beim Augenarzt bleiben neben den medizinischen Fakten viele Fragen, insbesondere zur Alltagsbewältigung oder Hilfsmittelversorgung, unbeantwortet.

Ebenso können wir Eltern mit sehbehinderten bzw. blinden Kindern oder auch Sehbehinderte Eltern gut beraten. Selbst betroffene Menschen haben aus eigener Erfahrung oft gute Lösungen für den Alltag und können hilfreiche Kontakte vermitteln.

Haben Sie den Mut und rufen Sie uns einfach an.

(Quelle: Kathrin Rudolf, Regionalgruppe Aue-Schwarzenberg, BSVS)

Unser Spaziergang am 30. Januar über die Alte Messe in Leipzig

Wir trafen uns am Deutschen Platz, um die Entwicklung auf der Alten Messe seit 1990 kennen zu lernen.

Auf dem ehemaligen Messeparkplatz auf der Südseite sind die Gebäude des Max-Plank-Institutes und Bio-City errichtet worden. Der vierte Erweiterungsbau für die deutsche Nationalbibliothek wurde zwischen dem Altbau und der Semmelweis Straße angebaut. In der Fassade sind Bücherregale und ein liegendes Buch dargestellt.

Unser erster Besuch galt dem Deutschem Buch- und Schrift Museum in der Deutschen Nationalbibliothek. Freundlicherweise führte uns die Museumspädagogin Frau Merrem. Wir hörten von den ersten Schriften in Stein gemeißelt, den Höhlenmalereien, gemalten Büchern aus Holz und dem Buchdruck auf Papier. Die Sammelleidenschaft eines Dresdener Schneidermeisters war Grundlage für den Aufbau des Museums im 19. Jahrhundert. Unter anderem gehörte eine Gutenberg-Bibel zum Bestand, die nach dem 2. Weltkrieg als Beutekunst in die Sowjetunion verbracht wurde und heute in Moskau ausgestellt ist. Mit weiteren Informationen kamen wir zur Himmelsscheibe aus Nebra und einer vergoldeten Kupferscheibe (Nachbildungen). Diese Scheibe enthält Bild- und Video Informationen über das Leben auf der Erde und sie wurde von der NASA (amerikanische Weltraunbehörde) vor mehr als 15. Jahren in das Weltall geschossen. Der Satellit hat sich schon mehrere Lichtjahre von der Erde entfernt, es besteht aber immer noch Funkkontakt. Leider mussten wir uns an dieser Stelle mit einem herzlichen Dankeschön von Frau Merrem verabschieden, wir wurden jedoch für eine weitere Führung eingeladen.

Unser nächstes Ziel war die Deutsche Nationalbibliothek im gleichen Haus. Wir waren 15 Minuten zu spät und Frau Hoffmann erwartete uns bereits. In einem Sitzungssaal erfuhren wir vieles über das Buchgewerbe in Leipzig (Leipzig war das Zentrum des Buchdruckes), der Gründung der Deutschen Bücherei durch die Verleger 1912, die Trennung nach dem 2. Weltkrieg,  die Kriegsschäden, die Wiedervereinigung nach dem Mauerfall mit den Namen Deutsche Nationalbibliothek, und die vier Erweiterungsbauten. Auf dem Rundgang sahen wir, das Musikarchiv mit Klangraum, das Bild der Verleger, die gespendete Vase und den ersten Leseraum der weitestgehend im Original erhalten ist. In der Eingangshalle erfuhren wir noch einiges zu architektonischen Details, die originalgetreu wiederhergestellt wurden. Vielen Dank an Frau Hoffmann für ihre Ausführungen.

Außenansicht der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.
Foto: Deutsche Nationalbibliothek, Bärbel Kaiser

Auf dem Deutschen Platz angekommen, schauten wir auf die Neubauten für das Max-Plank-Institut, die Bio-City und den Neubau für behinderte Kinder auf vier Etagen (Krippe, Kindergarten, Schule) in der Philipp-Rosenthal-Straße.

Vorbei an der Bio-City (hier standen die Messehallen 20 und 22) ging es zum Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) an der Zwickauer Straße. Frau Paasche hatte für uns ein Tastmodell des Institutes für Zelltherapie und Immunologie, sowie Käfige und Futterautomaten bereitgestellt. Nach einer allgemeinen Information über die Aufgaben und die Finanzierung, sprach Frau Paasche über die ersten Erfolge bei der Blutkrebsbekämpfung. Wir sprachen auch über die Notwendigkeit von Tierversuchen in der Forschung. Am Tastmodell des Institutes konnten wir erkennen, wie die Zuordnung der drei Häuser erfolgte. Bei dem Betasten der Käfige konnten wir den Lebensraum der Tiere erfassen. Die Futterautomaten konnten wir fühlen und zum Teil auch auseinandernehmen.

Außenansicht des Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI).
Foto: Fraunhofer IZI

Wir wurden auch über den Neubau für das Deutsche Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) südlich an der Zwickauer Straße informiert. Das Objekt hat eine Kupferfassade, die bei Sonneneinstrahlung golden glänzt. Zu diesem Institut gehört auch das neue Gewächshaus in dem Botanischem Garten. In 12 Bereichen können unterschiedliche Anzucht- und Lebensbedingungen von Pflanzen simuliert werden.

Westlich der Zwickauer Straße haben sich folgende Firmen angesiedelt und neu gebaut: Autoteile Unger (ATU), Motorradhandel KDM, Sanitär Heinze, eine Niederlassung des Bundes, eine Blutbank (HEMA), im Bau Mietlagerboxen, geplant: Sporthalle mit 10.000 Besuchern. An der Richard-Lehmann-Straße (Automeile) sind folgende Firmen vertreten: Audi, Mercedes, VW, BMW, Honda und ein privates Autohaus.

Nach dem Mittagessen ging es zum neuen Stadtarchiv im ehemaligen sowjetischen Messehaus (erbaut in den 1920er Jahren als Messehaus für die Baumesse). Der Portikus wurde mit der Übergabe an die Sowjetunion umgebaut (goldene Pyramide mit rotem Stern). Nach dem Umzug der Messe in den Norden stand das Messehaus seit 1993 leer. Für das Stadtarchiv restauriert und mit einem Anbau in westlicher Richtung ergänzt (2019 bezogen). Hier war Frau Michalski für uns da. Wir bekamen Informationen über das Haus, die Nutzung und den Umzug von der Torgauer Straße zur Messe. Unser Rundgang begann in die Restaurierung (Urkunden, Dokumente, Bücher usw.). Der Mitarbeiter des Hauses informierte uns über die Ursachen der Schädigung und die Möglichkeiten der Rettung der einzelnen Seiten, die Aufspaltung des Papieres und Sanierung mit hauchdünnem Gewebe, die Wässerung von Papier zur Absenkung des Säurehaushaltes usw. Dieser Teil gehört nicht zur öffentlichen Führung und wurde für uns extra vorbereitet. Bei der Führung durch das Haus erfuhren wir viel Wissenswertes über die Schreibweise von Leipzig, die Siegelung von Dokumenten und Briefen. Im Sitzungsraum ist eine Wand mit Namen bekannter Leipziger Bürger beschrieben, in dem Blauen Salon sind Sprüche bekannter Persönlichkeiten verewigt.

In den Archivräumen wurde uns die Temperatur und Luftfeuchtigkeit erklärt und die Lagerproblematik erläutert. Wir hörten, dass nur 5 Prozent der anfallenden Akten gesammelt und für die Ewigkeit gesichert werden. Im Obergeschoss wurden uns die an Wänden und Decken angebrachten Kunstwerke erklärt. Auf dem Rückweg schauten wir durch das Spezialglas in den Raum mit den historischen Dokumenten im speziell angefertigten Holzschrank.

Wir danken den vier Damen Frau Ulrike Merrem, Frau Cornelia Hoffmann, Frau Britta Paasche und Frau Nora Michalski für ihre interessanten Erläuterungen.

Nach dem Kaffeetrinken setzten wir den Rundgang über die Messe fort, bei Zweirad Stadler (ehemalig größte Messehalle) kamen wir aus dem Staunen nicht heraus, eine ganze Messehalle voller Zweiräder. Auf der Straße des 18. Oktober waren wir an der Brückenbaustelle über die Bahn (geplante Fertigstellung 2021), die auf der Sichtachse zwischen Völkerschlachtdenkmal und Neuem Rathaus liegt (hier soll die Fahrradstraße verlängert werden). Die Bundesbank und der Eventpalast und Neubau (Mietflächen für Gewerbe) lagen am Weg. Wir sahen das letzte Doppel M für Mustermesse am Nordeingang, eine Stahl-Alu-Konstruktion von ca. 18 m Höhe. Durch das Möbelhaus Porta ging es zur Prager Straße, der Portikus der ehemaligen Halle 2 fand unsere Aufmerksamkeit und wir schauten hinüber zum Barnett-Licht-Platz (ehemals Messeparkplatz) und dem hier entstehenden fünfzügigem Gymnasium.

Damit endet unser Spaziergang über die Alte Messe.

Aus der Erinnerung niedergeschrieben
Leipzig, 8. Februar 2020
Wolfram Ehms
Wanderleiter

Immer mehr Beiträge des MDR barrierefrei

Bild (v.li.): Prof. Dr Karola Wille (MDR-Intendantin), Prof. Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde) und Georg Schmolz (Leiter Barrierefreiheit),
MDR Spitzentreffen der Behindertenverbände – 29.01.2020 – im Bild (v.li.): Prof. Dr Karola Wille (MDR-Intendantin), Prof. Dr. Thomas Kahlisch (Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde) und Georg Schmolz (Leiter Barrierefreiheit), Foto: MDR/Daniela Höhn.

Wie es nun schon seit einigen Jahren Tradition ist, empfing die Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, Frau Professor Carola Wille Ende Januar wieder Vertreter von Behindertenverbänden und Selbsthilfeorganisationen zum jährlichen Spitzengespräch zum Thema Barrierefreiheit. Den Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen vertrat dessen Pressesprecher. Das Motto des Gespräches lautete „miteinander leben“. Anliegen des MDR war und ist es stets, die Teilhabe aller an den Programmen der Sendeanstalt sicherzustellen, unterstrich Frau Professor Wille. Dazu gehört es auch, die Barrierefreiheit auf den Internetseiten durchgängig zu sichern, so die Intendantin weiter. Die Mediathek werde weiter barrierefrei ausgebaut, versicherte sie. Die guten Kontakte zu den Verbänden und Selbsthilfeorganisationen der behinderten Menschen unterstrich auch Georg Schmolz, der Leiter der Abteilung Barrierefreiheit beim MDR in seinen Ausführungen. Deutlich wurde in der Diskussion aber auch, dass die gesellschaftliche Teilhabe in den Mediengesetzen sichtbarer werden muss und unsere Anliegen mehr Gehör finden müssen.

Was bedeutet Barrierefreiheit für eine Sendeanstalt wie den MDR? Sendungen mit Gebärdensprache werden ausgestrahlt. Beiträge werden untertitelt. Videotext wird auch in leichter Sprache präsentiert.

Etwa 80 Prozent aller Sendungen werden inzwischen mit Audiodeskription gestaltet. Das sind ungefähr vier Stunden Sendezeit an jedem Tag. Der Kinderkanal brachte etwa 5000 Sendeminuten in barrierefreien Formaten im Jahre 2019. Das war eine Zunahme von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der MDR hat den höchsten Anteil an Beiträgen mit Audiodeskription innerhalb der ARD. Im vergangenen Jahr erhielt der Sender darüber hinaus zum vierten Mal den deutschen Hörfilmpreis zugesprochen. Die Bilanz ist also positiv und wir können uns darüber freuen.

In diesem Jahr werden weitere Sendungen mit Audiodeskription angeboten. Wesentlich mehr Nachholbedarf besteht auf anderen Gebieten der Barrierefreiheit. Nach und nach Erscheinen auch die Beiträge in der Mediathek mit Audiodeskription.

In der Diskussion monierten einige Teilnehmer, dass Krimis überrepräsentiert sind. Sind Mord und Totschlag wirklich ein gesellschaftliches Bedürfnis? Auch tauchte der Wunsch auf, Werbebeiträge der Parteien barrierefrei zu gestalten. Dies sei in erster Linie Sache der Parteien selbst, so Schmolz. Deutlich wurde, dass Audiodeskription bei manchen Sendungen sehr schwierig und in der Kürze der Zeit zwischen Fertigstellung und Sendung nur schwer möglich ist. Die verantwortlichen Mitarbeiter werden sich dieses Problems aber weiter annehmen.

MDR Barrierefreiheit Strategien 2019 von Georg Schmolz, Leiter Barrierefreiheit MDR

(Quelle: Hans-Günther Funke, Pressesprecher, Blinden- uns Sehbehindertenverband Sachsen e. V.)

Magische Weihnachten

Ein großer Stern, kleine Sterne und weiße Schneeflocken. Text "Magische Weihnachten in Schwarz- und  Brailleschrift
Foto: KFL – BSVS
Wenn wir an Weihnachten denken, denken wir anleuchtende Kinderaugen und fröhliches Kinderlachen. Kinder lachen täglich 200- bis 400-mal, wir Erwachsene nur noch etwa 15-mal am Tag. Ein Lächeln kostet nichts und ist dennoch das schönste Geschenk der Welt. Nehmen wir unsere Kinder zum Vorbild, verschenken wir zu Weihnachten unser Lächeln und zaubern leuchtende Gesichter.
 
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e. V. wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben und Zeit zum Genießen, Innehalten und Kräfte sammeln fürs neue Jahr.