Appell des Verbandsrates des DBSV „Inklusion braucht Demokratie und Demokratie braucht Inklusion: Gemeinsam gegen rechtsextreme Kräfte“

Liebe Verbandsmitglieder, Partner, Förderer, Freunde und Unterstützer, werte Mitarbeitenden in allen Strukturen unserer BSVS-Familie, sehr geehrte Mitunterzeichner unserer gemeinsamen Forderungen zur Landtagswahl in Sachsen,

aus gegebenem Anlass erhalten Sie nachstehend den dringenden Appell der Verbandsratssitzung aus Düsseldorf vom 24.05.2024, den wir als die im DBSV organisierten 18 Landesvereine zusammen mit unseren kooperativen Mitgliedern einstimmig verabschiedet haben.

Jetzt kommt es auf JEDEN an, auch eine einzelne Stimme ZÄHLT!!!

Bitte teilen Sie diesen Appell in Ihren Vereins-, Einrichtungs- und Unternehmensstrukturen sowie auch in Ihrem privaten Umfeld, sorgen Sie so mit, für eine gemeinsame starke Stimme gegen rechtsextremistische Kräfte in Sachsen, Deutschland und Europa.

Landesvorstand des BSVS e.V.

DBSV verabschiedet Appell gegen rechtsextreme Kräfte

Liebe Leserinnen und Leser,

der Deutsche Blinden und-Sehbehindertenverband (DBSV) hat auf seinem Verbandsrat in Düsseldorf den folgenden Appell verabschiedet:

Inklusion braucht Demokratie und Demokratie braucht Inklusion: Gemeinsam gegen rechtsextreme Kräfte

Appell des Verbandsrates des DBSV

Rechtsextreme Kräfte bedrohen Demokratie und Menschenrechte. Wer Inklusion als „Ideologieprojekt“ bezeichnet, der spricht Menschen mit Behinderungen ihr Menschenrecht auf Teilhabe ab. Eine solche Agenda ist für uns weder auf politischer noch auf gesellschaftlicher Ebene diskutabel.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) tritt für eine inklusive, vielfältige und offene Gesellschaft ein, in der alle Menschenrechte und Grundfreiheiten geachtet und gelebt werden. Er erteilt jeglicher Form von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt eine klare Absage!

Der DBSV versteht sich als Teil der zivilgesellschaftlichen Brandmauer gegen Rechtsaußen. Alle Demokratinnen und Demokraten sind aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten, um die Würde des Menschen zu schützen und Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und unser Grundgesetz zu verteidigen.

Den Staat, die demokratischen Parteien und die für staatliches Handeln verantwortlichen Institutionen fordern wir auf, Gefahren für unsere Demokratie, die Vielfalt und die Menschenrechte abzuwehren. Wenn Menschen mit Behinderungen von rechtsextremen Kräften an den Rand gedrängt werden sollen, braucht unsere Gesellschaft Zusammenhalt und Entschlossenheit!

Gehen Sie wählen! Geben Sie bei den anstehenden Wahlen Ihre Stimme der Demokratie und damit auch der Inklusion!

(Quelle: [dbsv-direkt] Nr. 30-24 DBSV verabschiedet Appell gegen rechtsextreme Kräfte)

So sehen Sieger aus

Auch dieses Jahr gab es wieder eine Europameisterschaft im Parakegeln. Dieses Mal fand sie vom 11. bis 18. Mai 2024 in Sierakow/Polen statt. Für Deutschland hatten sich 11 Athleten qualifiziert und darunter auch drei Sachsen.

Die ersten beiden Tage liefen sehr entspannt, da ein Teil erst noch zu den augenmedizinischen Untersuchungen musste. So hatten wir reichlich Zeit, erstmal die Umgebung zu erkunden. Wir waren in einem Hotel nicht weit von Sierakow untergebracht. Umgeben von Wald, einigen Seen und unzähligen Mücken. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wanderten wir nach Sierakow, spazierten am See entlang und der Eine oder Andere gönnte sich ein Eis.

Am Dienstag ging es dann los. Insgesamt waren 82 Athleten aus 8 Ländern am Start. Neben Deutschland waren vertreten: Tschechien, Slowakei, Slowenien, Serbien, Rumänien, Kroatien und natürlich das Gastgeberland Polen. Diese wurden je nach Sehvermögen in drei Kategorien eingeteilt. B1 für vollblind, B2 für hochgradig sehbehindert und B3 für sehbehindert.

Die ersten zwei Tage fanden die Vorfinale statt, mit denen man sich für das Finale qualifizieren konnte. Was auch immerhin zwei von den Sachsen gelang. Bei den Damen B1 konnten sich 6 Athleten qualifizieren. Dies gelang Christine Schoffer (KO Dresden) mit 488 Holz. Bei den Herren B1 hatten 8 Athleten die Chance, das Finale zu erreichen. Frank Grunert (KO Erzgebirge) gelang dies mit 584 Holz. Beide landeten damit in ihrer Kategorie auf dem dritten Platz.

Am Donnerstag hieß es aber erstmal auf zum Tandem Mix. Ein kurzweiliges, aber sehr spannendes Kegelspiel. Hier treten die Athleten als Team an. Nehmen wir als Beispiel die Kategorie B1. Eine Dame und ein Herr aus dem gleichen Land bilden ein Team. Man benötigt mindestens acht Teams; sind es mehr, gibt es eine Qualifikationsrunde. Hat man diese überstanden, kommt man ins Halbfinale. Hier muss dann das schlechteste Team gegen das Beste antreten. Gespielt werden immer 20 Kugeln. Also jeder Spieler aus einem Team hat 10 Wurf. Das Team mit der höchsten Holzzahl erhält einen Punkt. Danach wechselt man die Bahn und macht das Gleiche noch einmal. Bei Gleichstand gibt es ein Stechen. Das Team mit zwei Punkten ist dann eine Runde weiter. So kann man sich bis zum Finale vorkämpfen. Für Deutschland traten bei den Vollblinden zwei Teams an. Das eine Team bestehend aus Christine Schoffer und Tilo Berent konnten so die bronzene Medaille für Deutschland holen.

Am Freitag standen nun die Finale an. Die Konkurrenz war riesig und dementsprechend groß die Aufregung. Christine Schoffer zeigte eine großartige Leistung und schaffte es so in der Einzelwertung auf den zweiten Platz und in der Kombiwertung, hier werden die Resultate vom Vorfinale und Finale zusammengezählt, auf den dritten Platz.

Spannend wurde es dann noch einmal im Finale der Männer B 1. Polen hatte ganz schön was vorgelegt. Die Halle bebte vor Spannung und von allen Seiten hörte man Anfeuerungsrufe in den verschiedenen Landessprachen. Doch Frank Grunert blieb gelassen und spielte von Anfang an eine ruhige Kugel und so gelang ihm das Unglaubliche. Mit 622 Holz wurde Frank Grunert Europameister in der Einzelwertung und in der Kombi holte er Silber. Es war der Wahnsinn.

Insgesamt erkämpften sich die deutschen Athleten 6 Medaillen.

Nach den Siegerehrungen, wo wir dank Frank die deutsche Nationalhymne zum Besten geben konnten, ging die 23. Europameisterschaft mit einem Bankett zu Ende.

Unser Dank geht nach Polen, wo wir eine unglaublich gut organisierte und würdige Veranstaltung erlegen durften.

Bis dahin, wenn es wieder heißt: sieme, achte, neune Holz, Holz, Holz.

(Text: Judith Dolny, Vorsitzende KO Erzgebirge, Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.)

KO Vogtland beim Aktionstag „Viel vor für Inklusion! Selbstbestimmt leben – ohne Barrieren.“

In Reichenbach fand die Aktionswoche vom 1. bis 5. Mai 2024 für die Belange von Menschen mit Behinderung statt. Für die Eröffnung hatten sich die Veranstalter ein geniales Konzept ausgedacht: ein buntes, inklusives Frühlingsfest zum Saisonstart im Park der Generationen. Zwischen Ständen von Kunsthandwerkern, Händlern und kulinarischen Leckereien präsentierten sich Verbände und Projekte von und für Menschen mit Behinderungen. Mitten im Getümmel waren auch wir von der KO Vogtland mit unserem Info- und Mitmachstand.

Jana Färber, Daniel Martin, Katja Oltersdorf und Beate Schilbach (von links) am Stand der KO Vogtland. Auf dem Tisch liegt eine weiße Decke mit dem Logo von Blickpunkt Auge. Darauf sind verschiedene Gegenstände zum Ausprobieren und Ständer mit Flyern angeordnet. Links neben dem Pavillon steht ein großes weißes Banner von Blickpunkt Auge.
Foto: Katja Sommer-Schmidt

Die Besucher konnten Simulationsbrillen aufsetzen, Hilfsmittel für den Alltag kennenlernen und Flyer zum Thema Sehbehinderung mitnehmen. Auf die Kinder warteten Bücher, Spiele und ein Puzzle zum Ertasten. Besonders beliebt waren die mit Kastanien, Wäscheklammern oder Legosteinen gefüllten Tastsäckchen. Wer den Inhalt richtig erfühlt hatte, durfte sich eine kleine Belohnung aussuchen. Ständig umlagert war auch die Blindenschreibmaschine, auf der man seinen Namen in Punktschrift schreiben konnte.

Gut gelaunt, interessiert und aufgeschlossen strömten die Besucher durch den Park. Auch auf der Bühne gab es viel Interessantes zu sehen und zu hören. Die Schalmeienkapelle Reichenbach e. V., der Theaterclub „Voll normal“, die Plauener Stadtmusikanten, die Percussion-Gruppe Hörsturz, Silke Fischer und viele andere Mitwirkende gestalteten ein abwechslungsreiches Programm. Zwischen den künstlerischen Darbietungen holte sich Moderator Uwe Schwarz Interviewpartner zum Thema Inklusion auf die Bühne, so auch Daniel Martin vom BSVS-Landesvorstand. Von der lokalen und nationalen Politprominenz waren Bundestagsvizepräsidentin Yvonne Magwas, Landrat Thomas Hennig und die Reichenbacher Bürgermeister Tillack und Lommer vertreten.

Das Konzept der Organisatoren ging auf. Die Besucher genossen das bunte, inklusive Gewimmel ohne Berührungsängste. Für ein paar Stunden waren die Barrieren, die uns sonst im täglichen Leben begegnen, wie weggezaubert.

(Text: Jana Färber, Kreisorganisation Vogtland)

Barrierefreie Wahlen – für uns eine Selbstverständlichkeit

Bereits seit vielen Jahren, spätestens aber seit dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK), welches 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York verabschiedet und 2009 auch von Deutschland ratifiziert wurde, ist Barrierefreiheit endlich als Thema mitten in der Gesellschaft angekommen – auch wenn es in vielen Bereichen noch sehr viel Arbeit und Engagement bedarf. In einer demokratischen Gesellschaft sind auch freie Wahlen ein hohes Gut. Deshalb ist es elementar wichtig, dass auch Wahlen in einem barrierefreien Rahmen stattfinden, damit alle Menschen selbstbestimmt und möglichst eigenständig von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können.

In Deutschland finden am 9. Juni die Wahl zum Europäischen Parlament und im September 2024 drei wichtige Landtagswahlen statt. Daneben gibt es auch noch zahlreiche regionale Wahlen.

Oberhalb des Bildes ist links das Logo in purpur und rechts der Schriftzug "Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e. V. (BSVS)". Unterhalb des Logos und des Schriftzuges ist quer über das ganze Bild eine purpurfarbene Linie. Darunter ist die Wahlschablone für die Europawahl, auf der eine CD mit Hinweisen zur Handhabung der Wahlschablone und der Stimmzettelliste sowie ein Kugelschreiber liegen.
Foto: BSVS/KFL

Unser Text-, Grafik- und Audioservice des Landeshilfsmittelzentrum ist seit vielen Jahren kompetenter Partner, wenn es um die Ausgestaltung und Sicherstellung zugänglicher Wahlunterlagen und Stimmzettel geht. Nach der Abstimmung mit den Wahlbehörden werden in enger Zusammenarbeit mit unserer Koordinierungsstelle des BSVS e.V. im Herstellungsprozess die Stimmzettel aufgelesen, die Handhabung der Wahlschablonen und die Wahlmodalitäten erläutert. Es folgen Audioschnitt und der Masteringprozess durch unsere Mitarbeiter. Am Ende werden Audio-CD’s erstellt und in ausreichend großer Stückzahl vervielfältigt.

Aktuell werden die von uns produzierten CD’s inklusive barrierefreien Wahlschablonen in ganz Sachsen an die Mitglieder unseres Selbsthilfevereins Blinden-und Sehbehindertenverband Sachen e.V. versendet. Darüber hinaus können natürlich auch alle Nichtmitglieder die Unterlagen kostenfrei bei uns in der Koordinierungsstelle abrufen. Bei Bedarf (zum Beispiel ist das bei taubblinden Menschen relevant) werden die Stimmzettel auch in Brailleschrift bereit gestellt. So können sich blinde, seheingeschränkte sowie seh- und höreingeschränkte Menschen bereits im Vorfeld mit den Kandidaten und dem Prozedere vertraut machen und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.


Kontakt für barrierefreie Wahlunterlagen zum Europäischen Parlament für den Freistaat Sachsen:

Koordinierungsstelle des BSVS e. V.
Louis-Braille-Str. 6, 01099 Dresden
Telefon: (351) 80 90 621 | E-Mail: info@bsv-sachsen.de

Wir beim Louis Braille Festival 2024 in Stuttgart

Das Louis Braille Festival 2024, das vom 3. Mai bis zum 5. Mai in Stuttgart stattfand, war ein beeindruckendes Ereignis, das Menschen aus aller Welt zusammenbrachte und wir waren mittendrin dabei.

Berliner Platz/Stuttgart - Auf einer grünen Wiese steht eine Beachflag mit den Schriftzügen "Herzlich Willkommen" und "Louis Braille Festival 2024" sowie dem Logo "Pferd" und "LBF 24". Links neben der Rasenfläche ist ein breit gepflasterter Gehweg, im Hintergrund stehen große Geschäftshäuser und der Himmel ist bedeckt.
Foto: BSVS/KFL

Das Festival begann mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie auf dem Berliner Platz, bei der bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Bildung und Kultur ihre Unterstützung für die Förderung der Rechte von blinden und sehbehinderten Menschen zum Ausdruck brachten. Tomke Koop von HörMal Audiodeskription begleitet die Eröffnungsveranstaltung mit Live-Audiodeskription und Philipp Poisel hat für uns gesungen. Es war inspirierend, zu sehen, wie Gemeinschaften sich zusammenfanden.

Während der drei Tage des Festivals wurden eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktivitäten angeboten. Dazu gehörten Workshops, Vorträge, Lesungen, inklusive Führungen, Comedy, Hörfilmkino, musikalische Darbietungen, eine Führhundelounge und so vieles mehr, was man erleben durfte.

Am 4. Mai fand der Markt der Begegnungen statt, bei dem sich alle Landesvereine des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes vorstellten. An unserem Stand des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen, den wir gemeinsam mit dem MDR-Team vom Öhrchen hatten, waren die Butterkekse mit dem neuen Logo in Purpur der absolute Hit. Wir führten sehr anregende Gespräche mit Betroffenen und anderen Landesverbänden und konnten das Tomke Koop von HörMal kennenlernen und einen Einblick in deren Arbeit erhalten. Für uns war dies eine sehr gelungene Veranstaltung, bei der wir neue Inspirationen sammelten und neue Ideen mit nach Dresden brachten. Darüber hinaus haben die Gäste an unserem Stand die Möglichkeit erhalten in den Podcast „Augen zu und durch – Mit dem Öhrchen unterwegs“ vom MDR hineinzuhören.

Reithalle/Stuttgart - Markt der Begegnungen - Stand BSVS und MRD, mit dem "Öhrchen" - auf unserem Stand sitzen eine Frau, links im Bild und ein Mann, rechts im Bild auf bequemen gepolsterten Gartenstühlen und hören sich den Podcast "Augen zu und durch - Mit dem Öhrchen unterwegs" vom MDR an. Vor der Frau liegt hier Blindenführhund, ein Königspudel und wartet geduldig auf sie.
Foto: BSVS/KFL

Darüber hinaus bot das Festival eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen blinden und sehenden Menschen, wodurch Vorurteile abgebaut und das Verständnis für die Herausforderungen und Errungenschaften von Menschen mit Sehbehinderungen gefördert wurde. Abschließend war das Louis Braille Festival 2024 in Stuttgart nicht nur eine Feier des Erbes von Louis Braille, sondern auch ein Aufruf zur weiteren Förderung von Inklusion und Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen auf der ganzen Welt. Wir sagen Danke an die Veranstalter und freuen uns auf das nächste Louis Braille Festival.