Liebe Mitglieder und Besucher unserer Seite!

Habt ihr Geschichten, Erlebnisse oder Neuigkeiten aus unserer KO und unserer Region, die berichtet werden sollen?

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Juliane Sommer

Tolkewitzer Str. 31, 01277 Dresden,

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Tel Mobil: 0173/6558454

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Eure Juliane Sommer

Tiergeschichten erlebbar gemacht

Am 05.09.2020 trafen sich die Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Kreisorganisation Großenhain sowie deren Begleitpersonen in der Begegnungsstätte zur traditionellen herbstveranstaltung.

Als Gast hatten wir uns Frau Regine Kretzschmar, eine Buchautorin, eingeladen. Sie las uns Passagen aus ihrem neuesten Buche vor und erklärte uns, wie der Weg eines Buches vom ersten Gedanken bis ins Regal einer Buchhandlung verläuft. Weiterhin verriet sie uns, wie sie zum Schreiben kam. Da sie ihre Buchfiguren, es sind zumeist Katzen, als Handpuppen mithatte, welche wir in die Hand nehmen durften, konnten wir uns ihre Geschichten lebhaft vorstellen. Den Zuhörern wurde bewusst, dass auch Tiere Gefühle haben und diese sehr stark mit menschlichem Tun und Handeln vergleichbar sind.

Ein Dank geht an dieser Stelle an Frau Kretzschmar sowie die zuverlässigen Mitarbeiter der Begegnungsstätte und an Ronny, der alles organisiert hatte.

Blinde und Sehbehinderte können sich sehr gern mit ihren Fragen und Problemen an Frank Herrmann unter 0176-30454301 oder fh.bsv.grh@t-online.de wenden.

Pflanzen, Sport, Musik

Unter diesem Motto fuhren 20 Mitglieder bzw. deren Begleitpersonen am 27.07.2020 zu einem 4-tägigen Urlaubsaufenthalt in die Aura Pension Villa Rochsburg. Der Verfasser dieses Artikels versprach im Vorfeld den Teilnehmern der Reise in seinem Informationsschreiben: „Die Reise wird in diesem Jahr zwar etwas anders als in den vergangenen 14 Jahren, aber sicher genau so schön!“ Dieses Versprechen wurde nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Lange war unklar, ob der Urlaubsaufenthalt in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann und, wenn ja, in welcher Form. Frau Michaela Mehlhorn, die neue Leiterin der Villa Rochsburg, hatte nur wenige Tage Zeit, um alles zu organisieren und ein Kostenangebot zu erstellen. Da glühten die Telefondrähte zwischen der Villa, den Ausflugszielen, den Gaststätten und Kaffees sowie dem Vorsitzenden der Kreisorganisation Großenhain. Von diesem mussten dann noch die nötigen finanziellen Mittel beschafft werden. Doch alles wurde rechtzeitig geschafft.

Eine der Veränderungen war, dass wir nicht mit den 3 Haus-Bussen, sondern mit dem FlixBus abgeholt worden. Alle waren am Abreisetag gesund, pünktlich, so dass die Fahrt unter Einhaltung des Mindestabstandes und der weiteren Corona-Regeln starten konnte. Vier der Fahrgäste waren noch nie in der Villa, diese waren besonders gespannt, was sie dort und unterwegs erwartet.

Das Essen steht auch zu Coronas-Zeiten im Mittelpunkt der Ausflüge und in der Villa, so dass unser erstes Reiseziel das Gasthaus Luchsenburg in Ohorn war. Weiter ging es nach dem Mittagessen in den Botanischen Blindengarten Radeberg, wo wir eine einstündige Führung erhielten.

Die barrierefrei gestaltete Gartenanlage ist mit einem ca. 1,5 Kilometer langen Wegesystem versehen, das sowohl zu Fuß als auch mit dem Rollstuhl benutzt werden kann. Entlang der Hauptwege wurde ein Edelstahl-Handlauf zur Orientierung für blinde und stark sehbehinderte Besucher errichtet. An diesem sind zusätzliche Orientierungshilfen (Reliefs) angebracht. Die Nebenwege sind mit verschiedenen Bodenbelägen (zum Beispiel Rindenmulch, Rasen oder Porphyrkies) ausgestattet, um die Orientierung mit den Füßen zu ermöglichen. Als Leitsystem verfügen diese Wege über eine Klopfkante, die mit dem Blindenstock ertastet werden kann.

Im Botanischen Blindengarten Radeberg wachsen ca. 1.300 verschiedene Pflanzenarten, darunter etwa 700 stark duftende. Vor allem kleine bzw. niedrig wachsende Arten sind in Hochbeeten angepflanzt. Das erleichtert, neben der olfaktorischen Wahrnehmung, das Erfassen der Pflanzen per Tastsinn. Die unmittelbar am Wuchsort angebrachte Beschilderung ist mit Alphabet- und Brailleschrift ausgestattet.

Mit besonders stark oder ungewöhnlich duftenden Pflanzenarten wurden separate Bereiche eingerichtet, wie das Minzegärtchen, der Kamillepfad und die Pelargoniensammlung. So genannte Duftlauben sind zum Beispiel mit verschiedenen Heckenkirschenarten und Blauregen bepflanzt. In der Gärtnerei des Blindengartens ist zudem eine Sammlung stark duftender Kübelpflanzen untergebracht. Entlang der Wege sind stellenweise Berührungs- oder Kontaktdufter, also Pflanzenarten wie Thymian, die ihren Duft erst bei einer Berührung verströmen, als Orientierungshilfen angepflanzt wurden.

Gegen 17 Uhr trafen wir in der Villa ein. Der erste Abend klang mit lustigen Gesprächen, kleinen Spaziergängen zur Mulde oder zur Burg bzw. bei einem guten Tropfen aus.

Sport frei hieß es am Dienstag. Herr Lars Geithner und seine Tochter Franzi begrüßten uns gegen 9 Uhr an der Tischballplatte für Blinde und wiesen uns in die Spielregeln ein. Vor allem die jüngeren Mitglieder probierten gleich mal aus, ob sie es hinbekommen. Es machte nicht nur den Spielern, sondern auch den Zuschauern und Zuhörern viel Spaß.

Showdown wird auch „Tischball“ oder „Blindentischtennis“ genannt. Beim Showdown stehen sich zwei Spieler an der jeweiligen kurzen Seite einer ca. 1,2 m x 3,6 m großen Platte gegenüber, die komplett von einer 14 cm hohen Seitenbande umgeben ist. Eine Mittelbande, die auf den 14 cm hohen Seitenbanden steht, trennt die Spielfläche in zwei gleich große Teile. Der Ball wird also nicht wie beim Tischtennis über das Netz, sondern unter die Mittelbande möglichst flach geschlagen. Jeder Spieler verteidigt sein Tor – eine halbkreisförmige Mulde in der Platte an der kurzen Seite – und versucht, den Ball in das Tor des Gegners zu befördern, wofür es 2 Punkte gibt.

Wie beim Tischtennis dient ein Schläger zum Aufhalten des ankommenden Balles und zum kraftvollen Zurückspielen. Der rechteckige Schläger hat eine Größe von 20 x 7,5 cm und einer Grifflänge von 10 cm.

Der gut hörbare, rasselnde Ball mit einem Durchmesser von 6 cm darf die Platte nicht verlassen. Er darf nicht an und über die 42 cm hohe Mittelbande geschlagen werden. Beim Aufschlag muss der Ball erst einmal die Seitenbande in der eigenen Plattenhälfte berühren und dann in die gegnerische Hälfte rollen. Wenn so ein Fehler passiert (und es gibt noch einige weitere Fehlermöglichkeiten) erhält der Spieler, der diesen Fehler nicht begangen hat, einen Punkt.

Am Nachmittag fuhren wir zum Bowling nach Wolkenburg ins Silberbergwerk. Obwohl nur wenige die Pins sehen oder erahnen konnten, fielen oft alle um. Kaffee, Kuchen und leckere Eisspezialitäten luden die verbrannten Kalorien im Anschluss wieder auf.

Das Tischball-Fiber hatte einige Sportler so gepackt, dass sie auch nach dem Abendbrot noch etliche Runden spielten. Geprellte Fingerknöchel und schmerzhafte Schultergelenke waren das Ergebnis des Tages und auch am nächsten Morgen noch zu spüren.

Am Mittwoch nach dem Frühstück bestiegen wir wieder den FlixBus und fuhren ins Vogtland in den sogenannten Musikwinkel. Das Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen war unsere erste Station. Dort erhielten wir Führungen in drei Gruppen. Wir durften sehr viele Instrumente anfassen und bekamen auch einige zu Gehör und durften auch einzelne im Klanggarten selbst ausprobieren.

3.200 Musikinstrumente aus aller Welt befinden sich im „Paulus-Schlössel“, darunter die größte Sammlung von vogtländischen Streich-, Zupf- und Blasinstrumenten vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Der Besucher erhält außerdem einen Einblick in die Vielfalt der Musikinstrumente aus Afrika, Amerika und Asien. Alte Instrumentenbauwerkstätten und ein original erhaltenes Handelskontor im Gerber-Hans-Haus erzählen von der über 300-jährigen Tradition des vogtländischen Musikinstrumentenbaus.

Weiter ging unsere Reise ins Harmonika-Museum nach Zwota. Auch hier konnten wir die verschiedenen Modelle ausführlich abtasten. Bei der akustischen Präsentation sangen wir kräftig mit.

Der Beginn der Harmonikaindustrie im Klingenthaler Gebiet wird auf den Instrumentenhändler Johann Wilhelm Glier zurückgeführt, der 1829 von einer Geschäftsreise eine Mundharmonika nach Klingenthal brachte und diese in der väterlichen Werkstatt nachbauen ließ. Die Fertigung von Handzuginstrumenten kam in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts hinzu. Unzählige Mund- und Handharmonikas, Akkordeons unter klangvollen Markennamen wie „Royal Standard“, „Barcarole“, „Horch“, „Weltmeister“, „Galotta“, „Hutschelli“ verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in viele Länder der Welt exportiert. Die verschiedenen Ausführungen der Instrumente zeugen vom Ideenreichtum und handwerklichem Können der Hersteller.

Als wir am Abend aus dem Bus in Rochsburg kletterten, stieg uns bereits der Grillgeruch in die Nase. Das Wetter war uns an allen Tagen hold, so dass wir auch am Abschlussabend noch lange im Freien sitzen konnten. Die schönen Stunden waren wieder einmal viel zu schnell vergangen. Die Rückfahrt am Donnerstag mit den 3 Kleinbussen verlief ohne besondere Vorkommnisse, so dass jeder gesund und voller neuer Eindrücke vor seiner Haustür abgeliefert wurde.

Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich am Montag, als ich in den Bus stieg, etwas skeptisch. Corona, die ganzen Regeln, Mund-Nasen-Schutz, Mindestabstand und dazu eine neue Chefin in der Villa, die ich noch nicht wirklich kannte. Aber bereits am ersten Abend zerstreuten sich meine Bedenken. Frau Michaela Mehlhorn hatte die Sache voll im Griff, alles gut durchorganisiert und vorbereitet. Es hätte nicht besser sein können. Dafür möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer bei Frau Mehlhorn und ihrem gesamten Team ganz, ganz herzlich bedanken. Wir sind nicht abgefahren, ohne einen Termin für 2021 im Veranstaltungskalender vormerken zu lassen. Ich kann anderen Kreisvorständen oder Bezirksgruppen in nah und fern nur empfehlen, einmal eine solche Reise für ihre Mitglieder zu organisieren.

Führung im Duft- und Tastgarten

Die Fotografie ist in der Normalperspektive abgelichtet. Im Vordergrund befindet sich eine Gebirgsrose (Rosa pendulina). Die fünf Kronenblätter haben den Farbverlauf von innen hellrosa nach außen zu dunkelrosa. Auf den Kronenblättern befinden sich Regentropfen. Die Narbe in der Mitte der Blüte ist dunkelgelb, die Staubblätter sind orangerot und die Pollen rot mit einem schwarzen Punkt in der Mitte. Im Hintergrund sind verschwommen die grünen Laubblätter der Rose abgebildet.
Foto © Freytag-Liebing

Der Sommer ist da, überall blüht und grünt es und viele verbringen den Urlaub in diesem Jahr eher in der Nähe und nicht weit weg. Der Duft- und Tastgarten Leipzig hat wieder geöffnet, dennoch gelten aufgrund der Corona-Krise immer noch Beschränkungen. So darf die Gärtnerin immer noch keine Führungen durchführen.

Um unser im letzten Jahr aufgebautes Angebot aber nicht vollständig einschlafen zu lassen, möchten wir, zunächst für diesen Monat, eine Führung anbieten. Wenn Sie Interesse haben, durch Susanne Siems am 29. Juli, 15.00 Uhr durch den Duft- und Tastgarten geführt zu werden, melden Sie sich bitte bei Herrn Fritzsch in der Beratungsstelle. Anmeldeschluss ist Freitag, der 24. Juli.

Wir werden wieder einen Obolus von 3,00 Euro pro Person einsammeln, der unserer Kreisorganisation als Spende zugutekommen wird. Es gelten die allgemeinen Hygienevorschriften, Abstand, wenn dieser nicht gehalten werden kann, nach Möglichkeit Mundschutz.

Wir werden im Herbst wieder Gespräche mit dem Botanischen Garten aufnehmen, derzeit ist es aufgrund der aktuellen Problemlage noch schwierig, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

Allen einen schönen Sommer.

(Quelle: Susanne Siems, stellv. Vorsitzende KO Leipzig-Stadt, BSVS)